„Mit Herz, Liebe, Kraft und Mut dranbleiben“

Kinder- und Jugendhospizdienst CLARA feiert zehnjähriges Bestehen

„Menschen zusammen bringen, Gemeinschaften schaffen“ – bei CLARA, dem Kinder- und Jugendhospizdienst hat das Tradition. Vor zehn Jahren wurde der Dienst in Mannheim gegründet. Als „kleine Schwester“ des Erwachsenenhospizdiensts entstand die Idee, auch Eltern von schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen Unterstützung und Austausch mit anderen zu bieten. Seither arbeitet CLARA im Auftrag der evangelischen und katholischen Kirche und wird vom Caritasverband Mannheim und Diakonischen Werk Mannheim gemeinsam getragen. Am heutigem Samstag wurde das zehnjährige Bestehen von CLARA mit zahlreichen Workshops gefeiert: Gemeinsam Theater spielen, Märchen vorlesen oder auch Musizieren mit Trommeln und gemeinsames Singen - Familien und viele Freunde, Haupt- und zahlreiche Ehrenamtliche feierten diesen Tag gemeinsam.

 

Grußworte sprachen Ralph Hartmann, Dekan der Evangelischen Kirche, Regina Hertlein, Vorstandvorsitzende des Caritasverbands Mannheim, sowie der geschäftsführende Direktor des Diakonischen Werkes Mannheim, Matthias Weber.

 

„Die Versorgung Sterbender und ihrer Angehörigen gehört eigentlich zu den ureigensten Aufgaben der Medizin und Pflege und geriet manchmal in Vergessenheit. Als Christen muss es uns ein Anliegen sein, wie dem Leben, auch dem Sterben ganzheitlich Begleitung und Beachtung zu schenken“, betonte Ralph Hartmann.  

 

Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Mannheim, ergänzte: „Es ist der Verdienst der Hospizarbeit, dass Sterben und Tod enttabuisiert wurden, dass darüber gesprochen wird, dass in der Legislative um Gesetze gerungen wird und dass Begleitung stattfindet.“ Sie dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Clara für ihr Engagement. „Sie leben Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe, opfern Zeit und Herz und sind immens wichtig für die betroffenen Menschen wie auch für unsere gesamte Gesellschaft.“

 

Matthias Weber, geschäftsführender Direktor des Diakonischen Werkes Mannheim, der den Anwesenden einen Segen gab, ergänzte: „In meiner Zeit als Gemeindepfarrer musste ich mehrfach Familien begleiten, die ihr Kind verloren hatten. Es ist eine schlimme Ohnmachtserfahrung, wenn ein Kind schwer erkrankt und die Medizin nicht mehr helfen kann. Darum ist es ein Segen für Mannheim, dass wir mit Clara einen engagierten und gut ausgebildeten Kinderhospizdienst haben, der diesen Familien in schwerer Zeit zur Seite steht.“

 

„Wir wollen auch in Zukunft Familien, Kinder und Jugendliche in schweren, leichten, heiteren, traurigen, bunten, stillen und lauten Zeiten begleiten. Mit Herz, Liebe, Kraft und Mut wollen wir immer wieder dranbleiben“, fasste Josefine Lammer, Leiterin von CLARA, das Konzept in ihrer Dankesrede zusammen.

 

Seit 2007 haben um die 200 Familien durch die Ehrenamtlichen Begleitung und Unterstützung erhalten. Mehr als 90 Beratungsgespräche wurden jedes Jahr geführt. Insgesamt 30 Jugendliche haben bislang an Wochenendworkshops für Trauernde teilgenommen, 57 Kinder im Grundschulalter in den Kindertrauergruppen. Seit 2009 kooperiert der Dienst mit der Schlossschule in Ilvesheim. Die Unterstützung und das Verständnis für den ambulanten Kinderhospizdienst drücken sich auch in der Zahl der Ehrenamtlichen aus: 20 Menschen sind dort derzeitig ehrenamtlich als Sterbe- und Trauerbegleiter tätig.

 

Derzeit begleitet das CLARA-Team zehn Kinder und Jugendliche nach dem Verlust eines nahestehenden Angehörigen sowie erkrankte Kinder und Familien, in denen ein Elternteil schwer erkrankt ist. In der letzten Trauergruppe wurden acht Kinder unterstützt. Im Herbst beginnt eine weitere Kindertrauergruppe. Ansprechpartnerinnen sind Josefine Lammer als Leitung und Arnica Schäfer in der Koordination.

Die Arbeit des Ökumenischen Kinder- und Jugendhospizdienstes wird durch die kirchlichen Träger Diakonie und Caritas finanziert. Beide übernehmen zu gleichen Teilen die Personalkosten sowie sonstige Ausgaben. Des Weiteren finanziert sich der Dienst über Fördergelder nach §39a SGB V durch die Krankenkassen. Einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung vieler Projekte leisten allen voran die Spender.

 

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