Tierische Therapeuten im Einsatz

Besonderer Besuch anlässlich Weltalzheimertag in der Diakonie-Sozialstation 

Im Rahmen des bundesweiten Weltalzheimertag hielt auch die Diakonie-Sozialstation Mannheim für ihre wöchentliche Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz ein besonderes Angebot bereit: Daniela Müller von „Seelenheilen“ aus Mannheim-Käfertal war zu Gast in der Sozialstation. Tiere als auch Teilnehmer der Betreuungsgruppe genossen den Besuch und die Streicheleinheiten. Trotz Erkrankung erinnerten sich viele an ihre eigene Zeit mit Tieren, stellten Fragen und Blockaden lösten sich.  

Besondere Wirkung der Tiere

Hereinspazieren ein Rottweiler-Mischling und zwei französische Bulldoggen, die gemeinsam mit Daniela Müller der Betreuungsgruppe für Demenz einen Besuch der besonderen Art bescheren. Zu Beginn wollen die Tiere erst einmal alle kennenlernen, sich umschauen, riechen, um den Menschen mit all seinen Schwächen und Stärken kennenzulernen. Der pädagogische Einsatz von Tieren sei von großer Bedeutung für das menschliche Wohlbefinden. „Der Körper, Atmung und Puls gehen langsam und regelmäßig, die Menschen empfinden Zufriedenheit und Freude, die Motorik und auch das Sprachzentrum werden angeregt“, sagt Müller auf die Frage, welchen Effekt der Tierkontakt konkret hat. „Tiere helfen dabei, Blockaden zu lösen, Ängste abzubauen.“ Sie stärken das Selbstwertgefühl eines Menschen. Ein erstes Kennenlernen hilft den Tieren dabei, sich auf den Menschen einzustellen. Bereits seit 2018 arbeitet die Diplompädagogin, die eine Zusatzqualifikation in Tiergestützter Pädagogik erwarb, in Mannheim-Käfertal samt Hof, wo sie tiergestützte Projekte aktiv anbietet.

Erinnerungen werden wach

„Was kriegt denn der große Hund zu essen“, „wo schlafen die Tiere“ und „wie oft müssen Sie Gassi gehen“ – es gibt viele Fragen rund um das Thema Hund, verborgene Erinnerungen werden wach. „Ich bin mit vielen Tieren aufgewachsenen. Katzen und Hunde gehörten immer dazu“, berichtet eine Frau, die die Gruppe regelmäßig besucht. Jetzt, wo sie alleine und alt ist, sei das schwierig. Umso mehr freute sie sich aber auf den heutigen Programmpunkt. Auch Müller bestätigt, viele demente Menschen hätten früher selbst Tiere und fühlten sich in ihrer aktuellen Lebenssituation oft allein. Durch den Tierkontakt würden sie an „alte Zeiten“ erinnert und durchleben emotional nochmals die Momente, die sie mit ihren Tieren erlebten. 

 Weltalzheimertag gibt jährlich Anlass

Der Weltalzheimertag findet jährlich am 21. September 2019 statt. Dies ist ein besonderer Tag, denn er rückt die Situation der bundesweit 1,5 Millionen Demenzerkrankten und ihrer Familien in den Fokus.

In Deutschland werden mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Angehörige, die oftmals eine 24-Stunden-Betreuung übernehmen, bringt diese Aufgabe oft an den Rand der körperlichen und auch psychischen Kräfte. Zeit zum Durchatmen gibt es da kaum.

Eine verlässliche Pause vom stressigen Pflegealltag ermöglicht die Diakonie-Sozialstation Mannheim immer montags, 14-17 Uhr, im großen Saal in der Unionstr. 3. Das verschafft Angehörigen Zeit Kraft für sich zu schöpfen. Eine Fachkraft gestaltet gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern ein Programm, das auf die Bedürfnisse der Besucher abgestimmt ist. Hierzu zählen beispielsweise Singen, Erinnerungsarbeit oder themenbezogene Gesprächsrunden. Für die Betroffenen bietet es Abwechslung und Kommunikations-möglichkeiten.

Die Gäste zahlen für den Betreuungsnachmittag einen Teilnehmerbetrag in Höhe von 45€ (inkl. Verpflegung). Auf Wunsch kann ein Fahrdienst hinzugebucht werden. Die Pflegekassen erstatten monatlich einen Entlastungsbetrag (§45b SGB XI) in Höhe von 125€ für die Kosten der Entlastung. Kontakt und Information: Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz, Unionstr. 3, 68309 Mannheim, Jessika Tirandazi, Tel. 0621/1689-210, E-Mail: pflege@diakonie-mannheim.de, www.sozialstation-mannheim.de.

 

 

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