Hilfe für traumatisierte Kinder - Mit Bildern und Worten der seelischen Sprachlosigkeit begegnen

Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das Modellprojekt Psychosoziale Stabilisierungsgruppe des Diakonischen Werks Mannheim mit 35 000 Euro

Mannheim, 18.03.2021. Familien mit und ohne Fluchthintergrund zu helfen, die traumatische Erfahrungen in ihrem Leben machen mussten, ist dem Diakonischen Werk Mannheim ein großes Anliegen. Mit dem Projekt einer Psychosozialen Stabilisierungsgruppe für Kinder in Kombination mit einer Elterngruppe gibt es nun ein neues Angebot, um diese Zielgruppe zu unterstützen. Das Projekt schließt eine Lücke in der Betreuung von traumatisierten Kindern und ihren Familien. Betroffen von traumatischen Erlebnissen sind oft Menschen, die auf der Flucht schreckliche und lebensbedrohliche Erfahrungen machen mussten. Die Kinder- und Jugendgruppen sollen jedoch nicht nur für Menschen mit Fluchterfahrung offen sein. "Auch in Familien ohne Migrationshintergrund passieren Dinge, die Kinder und Jugendliche nicht allein bewältigen können", sagt Cigdem Erdis, Sachgebietsleiterin Flucht und Migration vom Diakonischen Werk Mannheim. Sie hatte die Idee für das Projekt und entwickelte gemeinsam mit der Traumatherapeutin Judith Winkler, der psychologischen Psychotherapeutin Ulrike Bauer sowie der Traumapädagogin Katja Regelmann das Konzept. Die Stabilisierungsgruppe orientiert sich an einem Projekt des psychosozialen Zentrums des Diakonischen Werks Lörrach. Dort werden seit 2017 mit großem Erfolg entsprechende Gruppen angeboten.  

18 ehrenamtliche TraumaHelfer*innen ausgebildet – erste Kindergruppe startet im Mai 

Corona hatte den geplanten Start zunächst erschwert. Mit der Ausbildung der 18 ehrenamtlichen TraumaHelfer*innen wurden die Planungen konkret und erste Schritte getan. Am 04. Mai wird nun die erste Kindergruppe in den Räumen der Paul-Gerhardt-Gemeinde beginnen. "Wir mussten wegen der Pandemie vieles neu denken und Termine verschieben", sagt Cigdem Erdis, "mittlerweile haben wir aber einen größeren Raum und ein erweitertes Hygienekonzept". Auch werden aus Hygiene- und Abstands-Gründen in die erste Gruppe zunächst nur sieben Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren aufgenommen. In den folgenden Gruppen sollen dann jeweils zehn Kinder betreut werden. Die Psychosoziale Stabilisierungsgruppe plant, mit dem Mannheimer Jugendamt, den Schulen und Kitas in Mannheim sowie weiteren Einrichtungen zusammenarbeiten. Erste Gespräche wurden bereits geführt. Zudem wird parallel ein Elterncafé angeboten, dass von zwei ausgebildeten Elternbegleiterinnen betreut wird.  

Mit Bildern und Worten der seelischen Sprachlosigkeit begegnen  

Kinder und Jugendliche sollen in den Gruppen heilsame Erfahrungen für den Alltag machen, sichere Orte erlernen und Stabilisierungstechniken erarbeiten. Die Kinder erfahren spielerisch, mit ihren Gefühlen umzugehen, Stress abzubauen und seelische Stabilität zu erlangen. Vor der Gruppenarbeit führen die Therapeutinnen Anamnesegespräche mit den Kindern. Zudem führen die Therapeutinnen Gespräche mit den Eltern und der Familie. Die psychosoziale Stabilisierungsgruppe des Diakonischen Werks Mannheim hat ihren Sitz in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. Dort werden auch die Gruppenarbeiten in dafür speziell eingerichteten Räumen angeboten.  

Dietmar Hopp Stiftung unterstützt mit 35 000 Euro das Modellprojekt  

Mit der Dietmar Hopp Stiftung ist es gelungen, einen Förderer für das Angebot zu finden. "Damit haben wir nun eine Planungssicherheit für den Start des Modellprojekts", sagt Cigdem Erdis. "Hier entsteht ein Angebot, dass es in dieser Form noch nicht gibt und eine wichtige Unterstützung für Kinder mit traumatischen Erfahrungen und deren Familien bietet", erklärt Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung, "wir fördern das Projekt gerne und freuen uns, wenn es nachhaltig etabliert werden kann". Auch der Flüchtlingsfonds der Stadt Mannheim sowie die ADM WILD Europe GmbH aus Eppelheim unterstützten finanziell den Start der Psychosozialen Stabilisierungsgruppe.

Interessierte können sich bei weiteren Fragen oder Anmeldungen an die Koordinatorin des Projekts wenden: 

Cigdem Erdis

Diakonisches Werk Mannheim M1, 1a,

68161 Mannheim

Telefon 0621 2800 383

Mobil 0172 2781144

erdis@diakonie-mannheim.de

 Auf dem Bild sehen Sie von lnks nach rechts: Katja Wagner-Regelmann, Judith Winkler, Ulrike Bauer, Cigdem Erdis                                      

 

[ zurück ]

Diakonisches Werk Mannheim
Diakoniestiftung Mannheim

 

Diakonie in Mannheim

Die Diakonie in Mannheim

Hier finden Sie weitere diakonische Einrichtungen.

Service und Information:

Folge uns auf Facebook folge uns auf Facebook

Brot für die Welt Diakonie Katastrophenhilfe