#PflegebrauchtAufwind

Aktion zum Tag der Pflege am 12. Mai: Diakonie-Sozialstation zieht Bilanz

Auch in diesem Jahr schließt sich die Diakonie-Sozialstation Mannheim der bundesweiten Aktion zum Tag der Pflege am 12. Mai an. Unter dem Motto „Pflege braucht Aufwind“ zieht sie eine nüchterne Bilanz.

Nach zwei Jahren Pandemie sind vielen Kolleginnen und Kollegen erschöpft, entmutigt und ausgebrannt, bestätigt Geschäftsführerin Jessika Tirandazi. Auch im dritten Jahr von Corona werde deutlich, Pflege ist und bleibt kein Randthema, sondern ist zu einem zentralen Thema in der Gesundheitspolitik und in gesellschaftlichen Debatten geworden. „Das hat nicht zuletzt auch Corona befördert und wie unter einem Brennglas deutlich gemacht. Auch wenn die Läden geschlossen und privat Besuche zu vermeiden waren, blieb das System Pflege verlässlich und stabil, leistete das, wozu es da ist.“ Immerhin habe die Mitarbeiterschaft für ihre Pflegenden in den schlimmsten Zeiten das einzige Fenster zur Außenwelt dargestellt, bestätigt auch eine Pflegekraft. Umso deutlicher werde auch in diesem Jahr der Appell, Pflege in Zukunft noch besser aufzustellen und diese gesamt-gesellschaftlich besser anzuerkennen und wertzuschätzen, betont Tirandazi. Dass ab sofort die Tarifpflicht für alle Pflegeeinrichtung gilt, lässt Tirandazi schmunzeln. Für die Diakonie-Sozialstation Mannheim ändere sich nämlich nichts. „Wir zahlen schon immer faire Löhne“, aber mehr könne es für die verantwortungsvolle Tätigkeit natürlich schon sein. Die Pflege braucht Aufwind! 

Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Respekt und Wertschätzung, für eine höhere Sichtbarkeit von Pflege in der Gesellschaft 

„Pflege ist mehr als nur Menschen zu Waschen“, berichtet Anna, eine Pflegefachkraft der Diakonie-Sozialstation Mannheim. Immer wieder, so berichtet sie, habe sie das Gefühl, man nehme den Beruf nicht ernst, tue die Ausbildung ab. „Mehr als waschen und bisschen pflegen, sei das ja nicht, das ärgert mich, denn die Arbeit erfordert Konzentration, Empathie aber vor allem Knowhow ­ das kommt nicht alles von ungefähr.“ Aufwind sollte sie deshalb bekommen: durch bessere Arbeitsbedingungen, mehr Respekt und Wertschätzung, und durch höhere Sichtbarkeit von Pflege in der Gesellschaft. „Unsere Mitarbeitenden leisten täglich eine verantwortungsvolle und anspruchsvolle Tätigkeit, die in einer älter werdenden Gesellschaft wichtiger denn je ist. Sie tragen die Verantwortung für Menschenleben und müssen im Notfall richtig entscheiden.“ Da das „Standardmodell der „Angehörigenpflege“ zunehmend ins Wanken gerate, weil Verwandte die Pflege und/oder Betreuung nicht leisten können, schließe auch die Diakonie-Sozialstation Mannheim mit ihren Angeboten eine Lücke und unterstützt in der Häuslichkeit nach Möglichkeit bis zum Schluss, berichtet Tirandazi. 

„Aber die Arbeit ist mitunter kräftezehrend, wenn Personal ausfällt und die Belastung dann für die Übrigen ansteigt.“ Hinzu kommen Überstunden, Schicht- und Wochenendarbeit sowie emotional belastende Situationen, die man nicht einfach so mit dem Feierabend abstreifen könne.

Generalistische Ausbildung als Chance 

Pflege erfordert Wissen und Kompetenz. Außerdem „weniger“ Bürokratie. Eine Aufwertung weniger Hürden fanden per Gesetz bereits ansatzweise statt, findet Tirandazi. „Mit der generalistischen Pflegeausbildung (seit 2020) wollte man sowohl die Pflegeausbildung als auch den Pflegeberuf attraktiver gestalten. Die neue, generalistische Ausbildung befähigt die Auszubildenden zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungs-bereichen.“ Damit stehe diesen Auszubildenden auch im Berufsleben mehr Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Aufgrund der automatischen Anerkennung des generalistischen Berufsabschlusses gelte dieser auch in anderen Mitgliedsstaaten der EU. Wichtig sei aber neben dem Berufseinstieg auch die Verweildauer in dem Beruf, ansonsten waren alle Mühen umsonst, so Tirandazi.

1.904 werden in Mannheim ambulant über Pflegedienste versorgt, 780 über die Diakonie-Sozialstation Mannheim 

Mit ihrem ambulanten Pflegeangebot leistet die Diakonie-Sozialstation Mannheim ein bedarfsorientiertes und vollumfängliches Unterstützungsangebot für Menschen, die zu Hause leben. Als „Koordinatorin“ zwischen den einzelnen Akteuren wie beispielsweise den Krankenhaus-, Sozialdiensten oder Hausärzten leistet sie gemeinsam mit der Nachbarschaftshilfe Hilfe über das übliche Maß der medizinischen und pflegerischen Grundversorgung hinaus. 

Insgesamt sind in Mannheim laut Statistischen Bundesamt derzeit über 10.321 Menschen pflegebedürftig. 1.904 davon werden ambulant über Pflegedienste versorgt,780 über die Diakonie-Sozialstation Mannheim. In Mannheim sind bei der Evangelischen Kirche 60 hauptamtliche Pflege- und Hauswirtschaftskräfte für mehr als 470 Pflegebedürftige tätig. Über die organisierte Nachbarschaftshilfe unterstützen zusätzlich 200 ehrenamtliche Nachbarschaftshelfern jeden Monat pflegebedürftige Menschen in der Häuslichkeit. Bundesweit unterstützt die Diakonie rund 153.000 hauptamtlich Mitarbeitende, 1.750 ambulante Pflegedienste und Beratungsstellen und 2.755 Pflegeheime. (JeLa)

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