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Amalie: „Situation verschärft sich dramatisch“

Immer mehr Prostituierte wegen Corona-Krise in verzweifelter Lage

(Mannheim, 30.04.2020). Mit Beginn der Corona-Pandemie und des Kontaktverbots wurde auch Prostitution bundesweit verboten. Julia Wege, Leiterin der Beratungsstelle Amalie des Diakonischen Werks Mannheim, begrüßt dieses Verbot grundsätzlich, da gerade Frauen in der Prostitution nicht geschützt sind und oft nicht informiert werden. Dennoch bringt es viele Frauen in dramatische Situationen. Sie haben kein Einkommen mehr und, da die Bordelle geschlossen sind. oft auch keinen Wohnsitz. „Viele sind jetzt gezwungen, in der Illegalität weiter zu arbeiten“, berichtet Julia Wege. So berichtet Julia Wege von einer Frau, die schwanger ist, keinen eigenen Wohnraum hat und vor allem auch keine Krankenversicherung. Die Beratungsstelle vermittelte eine Arztpraxis, wo die die Frau behandelt wurde sowie vorübergehend ein kleines Zimmer in einer Pension. 

Mehr und mehr stellt sich heraus, dass viele Prostituierte nicht mehr rechtzeitig in ihr Heimatland zurückkehren konnten und jetzt völlig mittellos sind. Dennoch müssen sie weiter Miete zahlen. Mit einer Streetwork-Aktion unterstützt die Beratungsstelle Amalie diese Frauen mit Tüten, in denen sich wesentliche Dinge für den täglichen Bedarf befinden, wie dringend benötigte Lebensmittel und Hygiene-Artikel. „Viele Frauen sind noch verzweifelter, als wir dachten“, berichtet Julia Wege. Die über Spenden finanzierte Streetwork-Aktion wird deswegen weiter ausgebaut. Die betroffenen Frauen haben keine verlässlichen Ansprechpartner, sie haben Angst, es gibt hohe Sprachbarrieren und sie sind ganz auf sich allein gestellt. „Täglich melden sich mehr Frauen“ sagt Julia Wege, „unter den Betroffenen spricht es sich wie ein Lauffeuer herum, dass es bei Amalie Hilfe gibt.“ Die Beratungsstelle des Diakonischen Werks arbeitet in dieser Krisensituation eng mit der Mannheimer Polizei zusammen. 

„Die Corona-Krise wird auch das Rotlicht-Milieu verändern“, sagt Julia Wege. Viele Frauen werden für sich überprüfen, ob sie in der Prostitution bleiben wollen. Entsprechend wollen die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle mit der Streetwork-Aktion auch die Frauen über Beratungsangebote informieren und ihnen Hilfe anbieten.

 

Die Unterstützung der Frauen in Not wird zum großen Teil durch private Spenden finanziert. Eine Spende sorgte in der Beratungsstelle für besonders große Freude: Zwei ehemalige Prostituierte brachten einen Korb mit vielen Kleinigkeiten vorbei, um den Frauen etwas zu helfen. fek  

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