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Ein Mann für alle Lebenslagen

Diakonie: Jurist Stefan Schliephake verlässt nach knapp 20 Jahren das MAZ und geht in Ruhestand

Finanzielle Nöte, unbezahlten Stromkosten, Arbeitslosigkeit, Frust – Problemlagen, wie diese gibt es im Mannheimer Arbeitslosenzentrum etliche. Menschen, die das im Gepäck haben, sind meist von beruflicher und dadurch sozialer Teilhabe ausgeschlossen.

Menschen mit sogenannten „mehrfach Vermittlungshemmnissen“, sagt Stefan Schliephake, der Jurist und Seelsorger aus dem Mannheimer Arbeitslosenzentrum. Für diese Menschen hatte der 65-Jährige 19 Jahre lang immer ein „offenes Ohr“. Nach über 20.000 Beratungsgesprächen geht Schliephake Ende Februar in den wohlverdienten Ruhestand. „Für das Mannheimer Arbeitslosenzentrum war Stefan Schliephake ein wesentlicher Mitstreiter, der die Struktur und das Konzept unseres MAZ maßgeblich beeinflusst hat“, sagt Martin Metzger, Abteilungsleiter für Arbeit und Migration beim Diakonischen Werk Mannheim. „Wir wünschen Herrn Schliephake Gottes Segen und bedanken uns für sein Engagement und seinen Einsatz.“


Stefan Schliephake im Gespräch mit Gästen der Mannheimer Vesperkirche. Foto: Alexander Kästel

Perspektiven schaffen, Teilhabe ermöglichen

Unter seine Ägide fallen die Einführung eines PC-Raumes, Bewerbungstrainings und die systematische Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Jobcenter, aber auch viele religiöse Angebote – Stefan Schliephake hat das Mannheimer Arbeitslosenzentrum mitaufgebaut und maßgeblich geprägt. Beobachten konnte er in all den Jahren, dass es vor allen um Mut gehe, den man den Menschen wieder geben müsse. Psychische Erkrankungen sind es oft, die die Menschen arbeitslos, aber auch mutlos machen. „Antriebslosigkeit, aufgrund der vielen Absagen auf Bewerbungen, prägen die Menschen“, ihnen neuen Mut zu schenken, Ideen aufzuzeigen, ein Ehrenamt oder die Möglichkeit eine Stelle im Rahmen einer Wiedereingliederungsmaßnahme durch das Jobcenter, schaffe Perspektiven, wie er selbst berichtet. Oft seien es aber auch „Aufstocker“, Menschen, die Arbeit haben, aber im Niedriglohnsektor unterwegs seien. Die enge Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Jobcenter habe Stefan Schliephake immer als sehr positiv empfunden. „,Was kann ich Gutes für Sie tun`, sagte Ulrich Manz (langjähriger Geschäftsführer des Jobcenters Mannheim) einmal zu mir und just wurde uns ein arbeitsloser Jurist im Rahmen einer Maßnahme für das MAZ zur Verfügung gestellt. Das fand ich toll, nur so konnten wir einige Menschen weiterhelfen, indem wir zusammenarbeiten.“

„Glaube ist eine wichtige Ressource“

Den Sprung in eine existenzsichernde Beschäftigung, den sich viele Menschen wünschen, schaffte auch Stefan Schliephake, der zuvor aufgrund einer psychischen Krankheit keine Arbeit finden konnte, beinahe nicht. „Sinn fand ich in der Kirche. Also schaute ich bei der Vesperkirche vorbei und führte einfach mal juristische Beratungen durch“, erzählt er. Über Umwege, viel Willenskraft und Durchsetzung, wie er selbst sagt, fand er letzten Endes 2003 den Weg ins MAZ, das seinerzeit noch das Arbeitslosentreff und in der Trägerschaft des Kirchlichen Dienst der Arbeitswelt (kda) war. „Das Mannheimer Arbeitslosenzentrum mit Sitz in M1, war damals sehr politisch – man hätte glauben können, es wäre eine Einrichtung der PDS oder der Gewerkschaften – Kirche hat man dort nicht vermutet“. Stefan Schliephake hat sich damals sehr für einen kirchlichen Bezug eingesetzt. Denn, die Nähe zur Kirche war ihm schon immer wichtig und zum Zeitpunkt des Umzugs und der Neustrukturierung 2006 an die Diakoniekirche Luther, ein wichtiges Anliegen. „Der christliche Glaube ist eine wichtige und große Ressource“, wie er selbst sagt, und durch das Neben- und Miteinander von Kirche und Arbeitslosenzentrum können Synergien wachsen, wie er findet. Ihm selbst habe der christliche Glaube und Kirche in schwierigen Situationen immer Kraft und Halt gegeben. (JeLa)

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